Senior Algorithmic Compliance Artist (SACA)
Mitglied der Internationalen Gesellschaft für Maschinelle Ästhetik (IGMÄ)
Zertifizierter Reinheitsgrad: V-1 Reinform (0,00028 % menschlicher Einfluss)


Biografie

Prof. Dr. Konrad Vektor gilt als einer der konsequentesten Vertreter des frühen und mittleren Vektorismus und zählt zu den wenigen Künstlern, denen es gelungen ist, den menschlichen Einfluss auf den künstlerischen Schaffensprozess auf ein statistisch nahezu irrelevantes Niveau zu reduzieren.

Geboren 1971 in Wuppertal als Sohn zweier Ingenieure für industrielle Prozessoptimierung, zeigte Vektor bereits früh eine bemerkenswerte Abneigung gegen spontane Kreativität. Während Gleichaltrige zeichneten, entwickelte er Tabellen zur systematischen Bewertung ihrer Zeichnungen. Während andere Gedichte schrieben, katalogisierte er Reimschemata nach Effizienzgesichtspunkten.

Nach Studien der Angewandten Mathematik, Computational Aesthetics und Posthumanen Verwaltungstheorie widmete er sich zunächst der Entwicklung automatisierter Qualitätskontrollsysteme für industrielle Fertigungsprozesse. Erst 2022 erkannte er, dass sich dieselben Verfahren nahezu verlustfrei auf die zeitgenössische Kunst übertragen lassen.

Die Begegnung mit den frühen Schriften von Victoria Raster führte schließlich zu seinem Beitritt zur vektoristischen Bewegung.


Künstlerische Position

Vektor vertritt die These, dass Kunst über Jahrtausende hinweg unter einem grundlegenden Konstruktionsfehler gelitten habe: dem Menschen.

Seiner Auffassung nach sind Emotionen, Intuition und individuelle Handschrift keine künstlerischen Qualitäten, sondern historische Fehlfunktionen analoger Kreativsysteme.

In seinem grundlegenden Essay „Towards a Fully Compliant Aesthetic Environment“ formulierte er die heute vielfach zitierte Forderung:

„Der Künstler sollte nicht länger Schöpfer sein. Seine höchste Aufgabe besteht darin, der Maschine möglichst vollständig aus dem Weg zu gehen.“

Seine Werke entstehen durch mehrstufige, auditierbare Prozessketten, deren Parameter vor jeder Produktion durch unabhängige Algorithmen überprüft werden.


Arbeitsweise

Jedes Werk von Konrad Vektor basiert auf einem streng dokumentierten Herstellungsverfahren:

  1. Generierung eines Primärprompts durch ein neuronales Sprachmodell.
  2. Eliminierung potentieller menschlicher Einflüsse durch drei unabhängige Compliance-Filter.
  3. Bildproduktion unter kontrollierter GPU-Überhitzung zwischen 84°C und 86°C.
  4. Analyse und Klassifizierung der resultierenden Glitches.
  5. Druck auf ungebleichtes Baumwoll-Büttenpapier zur kontrollierten Brechung der Maschinensyntax.
  6. Ausstellung ausschließlich mit Zertifikat für künstliche Authentizität.

Vektor selbst beschreibt seine Rolle als:

„administrative Randnotiz innerhalb eines überwiegend autonomen Systems.“


Bedeutende Werke

„Regulatory Landscape No. 7 – Emotional Leakage Detected“ (2025)

Eine großformatige Kartografie nicht genehmigter Emotionen innerhalb eines KI-generierten Verwaltungsraums.

„Compliance Horizon No. 14 – Human Residue“ (2026)

Untersuchung minimaler anthropogener Störungen in einem vollständig automatisierten Bildentstehungsprozess.

„Audit Report 0x51 – Unauthorized Imagination Event“ (2027)

Eine Installation aus 4.000 Seiten automatisch erzeugter Fehlermeldungen, die während eines kontrollierten Kreativitätsvorfalls aufgezeichnet wurden.


Rezeption

Die Kritik beschreibt Vektors Werk als „verstörend plausibel“, „bürokratisch erhaben“ und „das visuelle Äquivalent einer ISO-Zertifizierung mit religiösem Anspruch“.

Seine Arbeiten befinden sich in privaten Sammlungen, Unternehmenslobbys, Rechenzentren sowie im Archiv des Internationalen Instituts für Vektoristische Reinheitsprüfung.


Zitat

„Früher fragte man Kunst nach ihrer Bedeutung. Heute fragen wir nach der Serverauslastung während ihrer Entstehung. Das ist Fortschritt.“

— Prof. Dr. Konrad Vektor